Fahrräder angeln in der Este
Angelsportverein und Jugendfeuerwehr starten große Reinigungsaktion
BUXTEHUDE.. Es ist
schon erstaunlich, was manche Menschen alles wegwerfen. Noch viel
erstaunlicher ist jedoch, auf welche Art einige ihren Unrat entsorgen.
Jedes Jahr landen unzählige Fahrräder und andere Gebrauchsgegenstände
in der Este zwischen Zwinger und Wasserschutzgebiet. Meist als lästig
gewordenes Diebesgut werden die Räder nachts über Brücken oder wenig
bewachsene Ufer ins Wasser geworfen, um anschließend auf dem Grund zu
verrosten. Damit der Buxtehuder Elbezufluss nicht zur
Unterwasser-Mülldeponie verkommt, starteten der Angelsportverein
Scheebenwind (ASV) und die Jugendfeuerwehr am Sonnabend eine groß
angelegte Reinigungsaktion.
Mit schweren Tauen, großen Haken und Stöckern machten sich die rund 50
Helfer am Sonnabendmorgen ans Werk. Bereits gegen 7 Uhr waren die
Schotten in der Nähe des Zwingers geöffnet worden, damit das Wasser
rechtzeitig ablaufen konnte. Zwei Stunden später stiegen die ersten
Helfer in Wathosen in die Este - und wurden schnell fündig. Im
Minutentakt zogen die Männer schlammbedeckte Fahrräder, Einkaufswagen
und Elektrogeräte aus dem Wasser. Auch gestohlene Geldbeutel und
Handtaschen kamen zum Vorschein. Hin - und wieder entdeckten die Helfer
sogar wahre Schätze. "Manche Fahrräder sind fast wie neu", erzählt
Manfred Krauß, Salmonidenwart beim ASV, "vorhin haben wir eines
herausgefischt, da brannte noch das Licht." Der Großteil der Funde ist
jedoch längst verrostet und vermodert und muss entsorgt werden. "Beim
letzten Mal hatten wir einen kleinen Container, der war nach kurzer
Zeit voll", sagt Krauß, der die Reinigungsaktion bereits zum zweiten
Mal durchführt. Und auch diesmal wächst der Schrotthaufen zügig an.
Während die Erwachsenen nach Müll stochern, sammeln die Jüngeren am
Ufer herumliegenden Müll ein. Denn die Arbeit im Wasser ist nicht ganz
ungefährlich. Ständig stoßen die Männer auf spitze Metallteile, sogar
eine scharfe Gewehrpatrone kommt ihnen ins Netz. Gefährlich ist der
Müll jedoch vor allem für die Umwelt. Schadstoffe gelangen mit der Zeit
ins Wasser und werden von den Tieren aufgenommen, Enten können sich mit
ihrem Gefieder in dem Unrat verfangen. Zudem macht sich strafbar, wer
seinen Müll in einem Gewässer entsorgt. "Es ist eben einfacher, sein
Rad schnell über die Brücke zu schmeißen als es zum Schrottplatz zu
bringen", weiß Krauß. Nach fünf Stunden Arbeit ist es geschafft. Der 30
Kubikmeter fassende Container ist bis oben gefüllt. Etwa 250 Fahrräder,
zehn Einkaufswagen und Klappstühle haben die Helfer geangelt. Krauß
freut sich über den Erfolg, appeliert aber an alle Umweltsünder, dass
die Aktion hoffentlich nicht allzu bald wiederholt werden muss. Wieder
ein Fisch am Haken: Die Mitglieder des Angelsportvereins Scheebenwind
ziehen ein Fahrrad aus der Este. Foto Mehrkens
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